Transkulturelle Psychotherapie

In einer Zeit zunehmender internationaler Mobilität erfordert der internationale Hintergrund vieler Klienten einen kulturüberschreitenden Ansatz in der Psychotherapie. Dazu gehören ein erhöhtes Bewusstsein des eigenen kulturellen Hintergrundes sowie eine gesteigerte Sensibilität und Offenheit für kulturell bedingte Unterschiede in Ausdruck, Körpersprache, Einstellungen, Erwartungen etc.

Die durch Religion oder Tradition bedingten Unterschiede sind wichtig und großenteils bekannt im Gegensatz zu den subtileren Differenzen.

Wie sehr kulturbedingte Normen die Wahrnehmung im täglichen Leben beeinflussen, wird am Beispiel des Witzes deutlich, denn häufig können nur die Angehörige desselben Kulturkreises über dasselbe lachen.

Eine Stimmlage oder Betonung mag von manchen als angenehm und angemessen, von andern, die kulturell anders geprägt sind, als übertrieben oder unhöflich empfunden werden.

Themen, die in bestimmten Gemeinschaften freimütig diskutiert werden, sind anderswo tabuisiert.

Verhaltensweisen, mit denen man aufgewachsen ist, können in der Fremde Anstoß erregen, ohne dass man das ahnt. Man denke an die Unterschiede zwischen amerikanischen und europäischen Tischsitten. Solche kulturellen Unterschiede können für Missverständnisse in allen möglichen Lebenszusammenhängen sorgen und Probleme und Leiden verursachen.

Dies gilt ganz allgemein für das Leben in einem anderen Land als dem eigenen und im Besonderen für Arbeitsverhältnisse, aber vor allem auch für gemischte Ehen und für Familien, die sich an eine fremde Kultur anpassen müssen.

Das alles sind Themen für die transkulturelle Psychotherapie. Dort müssen die Wahrnehmung des Therapeuten und seine eigene transkulturelle Erfahrung helfen, einfühlsam zu sein, Kenntnisse zu vermitteln, Missverständnisse aufzuklären und Brücken zwischen den Kulturen zu bauen.